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Bremsenquitschen

Durch den Einsatz asbestfreier Bremsbeläge treten bei den Vorderachsen mit dem Baumuster 747 bei manchen Fahrzeugen unangenehmes Quietschen beim Bremsen auf. Betroffen sind vor Allem die Baumuster 406, 416, 417, 424 und 435.
Die Ursache liegt in den veränderten Reibverhalten der asbestfreien Bremsbeläge. Dadurch treten Schwingungen beim Bremsen auf, die die Bremssättel in Resonanz bringen. Ein unangenehmes Quietschen ist die Folge.
DC hat dazu eine Serviceinformation an die Werkstätten herausgegeben, wo in mehreren Schritten versucht wird, Abhilfe zu schaffen. Bei mir blieb der Erfolg aus, was mich zu einer eigenen Lösung veranlasste. Aber der Reihe nach. Zuerst die Empfohlenen Schritte von DC. Folgende Dinge sollten in jedem Fall überprüft werden:
Passschrauben: an jedem Bremssattel sind eine Passschraube und eine Standardschraube zur Befestigung verbaut. Die Passschraube muss auf der Scheibeneinlassseite montiert sein. Das heisst. Dort wo in Fahrtrichtung die Bremsscheibe in den Sattel einläuft, muss die Passschraube sitzen. Die Bohrung muss mit einer Reibale auf Ø16,5mm H 9 = +0,043mm  gebracht werden. Ich habe es mit einem normalen Bohrer mit Ø 16,5mm vorsichtig aufgebohrt und das hat auch funktioniert. Schrauben grundsätzlich mit Trennmittel einstreichen. Kupferpaste, Keramikpaste oder Ähnliches. Das Anzugsdrehmoment der Schrauben M16x1,5 ist bei 403, 406, 416 und 417  300Nm. Bei 424 und 435  250Nm.
Abschirmbleche: Die Einbaulage der Abschirmbleche prüfen. Die Öffnung der Abschirmbleche muss ebenfalls auf der Bremsscheibeneinlaufseite sein.
Führen diese Massnahmen nicht zum Erfolg, empfiehlt DC Gewichte an die Bremssättel zu schrauben, um die Masseverhältnisse und damit die Resonanzfrequenz zu ändern. Darauf will ich nicht eingehen, da diese Massnahme kaum zum Erfolg führt.

Achtung: Sie arbeiten an der Bremsanlage. Das sind sicherheitsrelevante Bereiche am Fahrzeug. Wenn Sie nicht über die ausreichenden Fähigkeiten verfügen, suchen sie eine, für Bremsanlagen autorisierte Werkstatt auf. Die folgende Information wurde mit grösster Sorgfalt erstellt und der Umbau in der Praxis getestet. Eine Garantie auf Richtigkeit wird jedoch nicht übernommen. Änderungen am Fahrzeug können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Der Umbau erfolgt auf eigene Verantwortung und Risiko. Unimurr übernimmt keine Verantwortung irgendwelcher Art als Folge von derartigen Änderungen.

Wirklich Abhilfe schafft nur das Verbinden der Bremssättel mit einem Bandstahl.
Die obersten zwei Schrauben, die die Bremssattelhälften zusammenhalten, werden durch längere Schrauben ersetzt. Achtung: Auf gar keinen Fall irgend welche passende Schrauben nehmen. Es müssen die original ATE-Schrauben verwendet werden: A 435 990 72 19. Die Schrauben nacheinander wechseln.
Achtung: Auf keinen Fall beide Schrauben an einem Bremssattel gleichzeitig lösen. Grundsätzlich die zweite Schraube erst lösen, wenn die erste Schraube fest mit 58 Nm wieder angezogen ist.
Diese Schrauben werden mit Anzugsdrehmoment von 58Nm angezogen. Mit Hilfe der jetzt überstehenden Gewinde wird ein Bandstahl 25x5mm von Sattel zu Sattel verschraubt.
Den Abstand von Gewindemitte zu Gewindemitte messen. Ebenso die Bandstahllänge. Diese Maße differieren von Fahrzeug zu Fahrzeug und sollten deshalb immer “Am Mann” ermittelt werden. Die Enden des Bandstahls müssen nach der Kontur des Sattels geschliffen werden.
Achtung: Ein Überstand des Bandstahls über den Bremssattel hinaus, führt zu zum Kontakt mit der Felge und kann verheerende Folgen haben.
Ist der Bandstahl in der Kontur richtig bearbeitet, werden die Löcher mit Ø 10,5m gebohrt. Die Anlagefläche am Bremssattel ist nicht plan. Deshalb habe ich aus dem selben Bandstahl- Material eine Scheibe, die als Unterlage eine Planfläche für den Bandstahl liefert, angefertigt. Diese Bandstahlscheibe muss dann der Topographie des Bremssattels angepasst werden. Dann das Ganze mit Scheiben und Muttern M10, SW 15 verschrauben. Anzugsdrehmoment: 34Nm. Sicherheitshalber würde ich die Scheiben und Muttern ebenfalls bei DC kaufen, da sie in der Härte zusammen passen.
Fertig. Nun ist mit Sicherheit jedes Quietschen beseitigt.
Übrigens: Für die Leute, die einen Fahrradtacho zur exakten Geschwindigkeitsmessung benützen wollen: Der Bandstahl ist ein idealer Halter für den Tachogeber.

Stückliste im PDF-Format: pdficon03

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