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Leistungssteigerung 406 - 417 bis 96kW

Vorab ein paar Worte zur Erläuterung der Problematik.
Man muss grundsätzlich beim 406/ 416 unterscheiden zwischen F-Antriebsstrang und G-Antriebsstrang.
Der G-Antriebsstrang wurde etwa ab 1970 eingeführt und ist in jeder Hinsicht stärker belastbar.
Der Schwachpunkt bei den Unimog dieser Baureihe ist immer das Getriebe. Die Achsen halten bis 500Nm problemlos stand.
Dann sollte man sich gedanklich von den PS verabschieden. Nur das Drehmoment zählt bei allen Überlegungen zur Belastbarkeit.
Grundsätzlich kann jeder OM352 auf 96kW (130PS) und 365Nm Drehmoment eingestellt werden. Das ist die maximale Leistung, die als Sauger erreicht werden kann, ohne dass er raucht.

Getriebe ohne Vorschaltgruppe sind stärker belastbar ( F=314Nm, G=400Nm ), als Getriebe mit Vorschaltgruppe ( F=270Nm, G=314Nm ). Mit Vorschaltgetriebe würde ich über 81kW (110Ps) nicht hinaus gehen.

Ältere Unimog 406 mit F-Antriebsstrang können mit max. 62kW (84PS) und 260Nm betrieben werden. Das geht mit der originalen Einspritzpumpe mit 80ziger Stempel. Diese muss nur entsprechend eingestellt werden.
Bei allen Motorleistungen darüber ist der G-Antriebsstrang und die Kupplung mit Ø310 erforderlich. Dort sind Motorleistungen bis 81kW (110Ps) und 314Nm möglich.

Mit Vorschaltgetriebe ist jedes Drehmoment über 314Nm problematisch.
Das F-Getriebe UG-2/27 ist mit max. 270 Nm Eingangsdrehmoment spezifiziert, das G-Getriebe UG-2/27 kann deutlich mehr. Nach meiner Erfahrung bis zu 400Nm. Das ist bei DC aber nicht raus zu bekommen.

Wenn man mit Hirn fährst und man sich darüber klar ist, die Leistung mit „gebremsten Schaum“ einsetzt und den Fahrstiel entsprechend der hohen Motorleistung anpasst wird, kannst man auch einen F- 406/416 auf 364Nm einstellen und lange ohne Schaden fahren.
Voraussetzung für eine Leistung von 96kW (130PS) ist die grosse Kupplung mit 310mm Durchmesser. Die kleine  Kupplung mit 280mm Durchmesser ist dem Drehmoment von 364Nm auf die Dauer nicht gewachsen. Ein erfahrener Unimog- Mechaniker kann durch die Öffnungen in der Kupplungsglocke erkennen, welche Kupplung eingebaut ist.
Wer noch mehr Leistung braucht, kann auch den Motor OM 366 mit 140 PS und 420Nm einbauen, das wird aber nur mit dem Getriebe des Unimog 417, UG2/30 funktionieren. Das 406/ 416 Seriengetriebe UG2/27 ist zu schwach.

Achtung: Bei 96kW wird es bei Umgebungstemperaturen von über 30°C Probleme mit der Kühlwasser- Temperatur geben. Da gibt es eine Reihe von Massnahmen, die Kühlleistung zu erhöhen.

Turbolader: Es haben auch schon Leute Motoren mit Turbolader eingebaut. Das waren aber durchwegs schlechte Lösungen. Der Turbolader war immer links neben dem Getriebe, 60cm vom Zylinderkopf weg, plaziert. Es sprechen eine ganze Reihe von Gründen gegen einen solchen Turboladereinbau im 416, auf die ich aber hier nicht näher eingehen will.

Das Serien- Hauptgetriebe UG2/27 wurde in dem "Feuerwehr- Baumuster " 416.163 ab Werk mit dem Motor 353.907 der 92kW (125Ps) und 350Nm liefert, belastet. Man kann also mit gutem Gewissen und etwas Hirn beim Einsatz des Unimogs die Leistung auf 96kW erhöhen. Mein "Dagobert" ist mit dieser Kombination bis jetzt 400.000km gelaufen und ist völlig in Ordnung

Einspritzpumpe: Im Unimog sind E-Pumpen mit Stempelgröße 80 und 90 verbaut. Motoren mit einer E-Pumpe mit Stempelgröße 80 können nur auf 110PS eingestellt werden. Für höhere Leistungen ist ein E-Pumpenumbau oder Wechsel auf Stempelgröße 90 erforderlich. Natürlich stellt auch mancher Boschdienst die Einspritzmenge für 96kW mit 80ziger Stempel an der EP ein. Das Ansprechverhalten des Motors wird dann allerdings elend lahm. Es geht eben nicht nur um die Einspritzmenge, sondern auch um die Zeit, in der das Diesel in den Brennraum gelangt.
Mancher Boschdienst kann die Stempel der EP von 80 auf 90 umbauen. Das ist meist günstiger, als eine andere EP von unklarer Herkunft.

Regler der E-Pumpe: Der Unimog- Motor hat einen EP/RSV-Regler an der Einspritzpumpe angebaut. Der hat die Aufgabe, die Drehzahl des Motors bei dem Betrieb von Anbaugeräten konstant zu halten, auch bei Lastwechsel. Durch die Konstruktion des EP/RSV-Reglers ist eine grosse Pedalkraft nötig und der Motor neigt zum "Pumpen" auf schlechten Strassen. Abhilfe schafft der Einbau einer Pumpe der LKW- Version des OM352. Der OM352 wurde in zahlreiche LKW eingebaut. Die LKW- Einspritzpumpe hat einen RQV-Regler. Der ist vorwiegend für den Fahrbetrieb konzipiert, was ja auch der Einsatz des Unimog ist als Wohnmobil ist. Die LKW- Pumpe passt problemlos rein, wenn man den Original- Ölfilter entfernt und ein Hauptstrom-Ölfilter mit Papiereinsatz eingebaut wird. Der Orginal- Ölfilter ist ein Haupt- und Nebenstromfilter.

Auch bei einer Bebehaltung der originalen E- Pumpe sollte der Ölfilter auf den Stand der Technik zum Hauptstromfilter umgebaut werden.

Als Zuckerl sind die LKW-Pumpen schon auf 96kW eingestellt. Die Einspritzpumpe des Motors Baumuster 353.907 ( 125PS) kann ohne Umbau auf 96kW eingestellt werden. Ebenso kann die E-Pumpe des U1300 von der Bundeswehr ohne Umbauten eingebaut werden. Beide Lösungen haben dann aber immer noch den Nachteil des EP/RSV-Reglers
Achtung: bei 96kW ist der Förderbeginn bei 18° vor OT.
Mit diesem Umbau bin ich schon 150.000km in Afrika gefahren.
Beide Teile, Pumpe und Ölfilter sind bei LKW-Schrotthändlern zu bekommen. Jede gebrauchte Pumpe würde ich aber bei einem Einspritzpumpen- Dienst überprüfen lassen.

Achtung: Für eine Pumpe mit RQV- Regler aus dem LKW ist ein vernünftiges Fahren im Gelände nur mit dem UNIMURR- Bowdenzug möglich.

Die Information wurde mit grösster Sorgfalt erstellt und der Umbau in der Praxis getestet. Eine Garantie auf Richtigkeit wird jedoch nicht übernommen. Änderungen am Fahrzeug können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Der Umbau erfolgt auf eigene Verantwortung und Risiko. Unimurr übernimmt keine Verantwortung irgendwelcher Art als Folge von derartigen Änderungen.

 

Dokumentation des Umbaus
Doku 96 kW Rev. 1.7 Förderbeginn einstellen ESP Bezeichnung 18°Marke Feder RQV- Regler

Einstellblätter für die verschiedenen Leistungen
Einstellblatt RSV 62 kW Einstellblatt RSV 81 kW Einstellblatt RSV 92 kW Einstellblatt RSV 96 kW Einstellblatt RQV 96 kW

 

LKW- Einspritzpumpe mit Hauptstrom- Ölfilter

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